In Bezug auf den genutzten Rohstoff unterscheidet man zwischen Braun- und Steinkohlekraftwerken, die Arbeitsabläufe sind jedoch in beiden Fällen weitgehend identisch. Dabei ist es interessant zu wissen, dass in Deutschland fast die Hälfte der gesamten Stromerzeugung aus Kohle gewonnen wird. Doch wie funktioniert das eigentlich? Um aus Kohle Strom zu gewinnen, sind verschiedene Arbeitsprozesse notwendig. Zuerst wird die benötigte Kohle zu Kohlestaub gemahlen, der dann in einer Brennkammer verbrannt wird. Durch die Verbrennung entsteht Wärme, die in einen Wasserkreislauf geleitet wird und dort das Wasser zum Sieden bringt. Siedendes Wasser erzeugt Dampf, der im nächsten Schritt auf möglichst hohen Druck überhitzt wird, sodass er über Rohrleitungen in eine Turbine geleitet werden kann, die durch diesen extrem hohen Druck angetrieben wird. Die Turbine dreht sich und erzeugt auf diese Weise Energie, die in einem Generator in Strom umgewandelt wird. Dieser wird dann über Transformatoren ins Hochspannungsnetz gespeist und dorthin geliefert, wo Strom benötigt wird.
Unter Berücksichtigung der derzeitig vorhandenen Kohlereserven ist der Rohstoff Kohle bei gleichbleibender Abbaumenge noch etwa 200 Jahre lang verfügbar. Somit handelt es sich um einen Brennstoff, der noch lange eine Stromerzeugung im KKW ermöglicht und dabei im Vergleich zu anderen Techniken eine relativ kostengünstige Stromerzeugung ermöglicht. Allerdings ist deutsche Kohle aufgrund schlechter Abbaubarkeit teurer als Kohle aus dem Ausland, was in der Vergangenheit zahlreiche Zechenschließungen in Deutschland zur Folge hatte. Doch den größten Nachteil bilden die bei der Verbrennung der Kohle entstehenden Abfallprodukte, die die Umwelt belasten. An erster Stelle steht hier Kohlendioxid (CO²). Hierbei handelt es sich um ein Treibhausgas, welches sich bekanntermaßen nachhaltig negativ auf unser Klima auswirkt. In modernen Kohlekraftwerken werden die durch die Energieproduktion entstandenen Abgase in Katalysatoren um Stickoxide vermindert und anschließend mittels Elektrofiltern und Entschwefelungsanlagen gereinigt. So soll eine saubere Energieproduktion ohne Umweltschäden erreicht werden, Umweltschützer stehen diesem Faktor aber nach wie vor kritisch entgegen und weisen immer wieder auf negative Auswirkungen der KKW-Nutzung hin. Auch das zur Wärmeabfuhr aus dem Kondensator erforderliche Kühlwasser muss umweltgerecht entsorgt werden. Meist dient ein nahegelegener Fluss als Kühlwasser-Lieferant. Später wird das genutzte Wasser gereinigt und dem Fluss wieder zugeführt. Doch nicht jeder Fluss kann erwärmtes Wasser in großen Mengen aufnehmen, ohne Schaden zu nehmen. In diesem Fall wird die Abwärme ganz oder teilweise über Kühltürme an die Luft abgegeben. Desweiteren fallen bei der Produktion Abfallstoffe in Form von Gips, Asche und Schlacke an, die jedoch im Straßenbau und der Zementherstellung Verwendung finden.
Kohlekraftwerke wurden in ganz Deutschland errichtet, eine verstärkte Ansammlung findet sich jedoch allein schon aufgrund der dortigen Kohlevorkommen in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet. Während in Westdeutschland vermehrt Steinkohlekraftwerke arbeiten, finden sich im Osten der Republik hauptsächlich Braunkohlekraftwerke am Netz. Wie sich diese Art der Energieerzeugung im Laufe der nächsten Jahre entwickelt, bleibt abzuwarten.