Moderne oder traditionelle Landwirtschaft, das ODER ist wohl der Knackpunkt. Dabei kann es bei genauer Betrachtungsweise wegfallen. Denn traditionelle Wirtschaftsweise ist nicht gleichbedeutend mit Arbeitsbedingungen des Mittelalters. Vielmehr rückt in Zeiten globaler Versorgung die Bedeutung der Landnutzung für einen großen Teil der Menschen weit in den Hintergrund des Denkens. Der direkte Bezug zur Herkunft unserer Lebensmittel ist für breite Teile der Bevölkerung verloren gegangen. Das Überangebot hat Schrebergärtchen und Kleintierhaltung unrentabel gemacht.Damit fehlt oft die Vorstellungskraft über die Abläufe in der Produktion von Lebensmitteln. Die Modernisierung und Technisierung hat nicht nur gute Effekte auf die Landnutzung gehabt.Traditionell werden in der Landwirtschaft die Lebensmittel für die Menschen produziert. Eine ökologische Landwirtschaft schließt den Einsatz modernster Technik weder in der Weidehaltung von Tieren noch in der Flächenbewirtschaftung zur Getreide- oder Futtergewinnung aus. Warum soll der Bauer Wassereimer tragen, wenn es Selbsttränken gibt. Ebenso ist der Einsatz moderner, computergesteuerter Ackerschlepper und Mähdrescher kein Widerspruch zu ökologischer Bodenbearbeitung.
Die Landnutzung als Industriezweig? Eine fatale Sackgasse. Es ist die Sucht nach mehr Masse und weniger Kosten. Das mündete vor allem in der Tierhaltung in gnadenlose Haltungsformen verbunden mit furchtbaren Transportabläufen in unwürdige Extreme. Massentierhaltung mit hohem Einsatz von hochwirksamen Medikamenten. Auch im Anbau von Futter, Getreide oder Hackfrüchten gibt es unsinnige und vor allem teure Methoden. Genmanipulierte Pflanzen, welche den starken Herbiziden und Insektiziden widerstehen, sind Rohstoff für Grundnahrungsmittel und mischen sich unter die natürlichen Arten. Monokulturen auf riesigen Flächen, die ohne Hecken schutzlos der Bodenerosion ausgesetzt sind, lassen ganze Arten ohne Lebensraum zurück. Nährstoffverluste des Bodens werden durch chemische Dünger ausgeglichen. Prämien für stillgelegte Flächen. Doch die rasante Entwicklung einer ungesunden Landnutzung wird inzwischen an vielen Stellen gestoppt. Jeder Lebensmittelskandal lässt mehr Menschen darüber nachdenken, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden und wo sie herkommen.
Ökologische Landnutzung in der Landwirtschaft und im Tourismus Der erfreuliche Trend zur ökologischen Bewirtschaftung des Bodens hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die ersten Ökobauern wurden belächelt und mussten sich mit vielen Problemen, vor allem finanzieller Natur auseinandersetzen. Die Erträge sind nicht ganz so hoch. Die Masttiere dürfen im normalen Tempo wachsen, benötigen länger bis zur Schlachtreife. Weiterhin leben im Verhältnis zur Massentierhaltung deutlich weniger Tiere auf einem bestimmten Raum. Dennoch fand sich eine stetig steigende Zahl bereit, diesen Weg zu gehen. Um überhaupt wirtschaftlich überleben zu können, kombinieren viele den Ökobetrieb mit einem Urlaubsziel und schaffen sich damit ein zweites Standbein. Für zahlreiche Städter gelingt so die Verbindung zurück zu den Wurzeln in der Landnutzung. Die Menschen sind sensibilisiert. Verseuchtes Tierfutter, Gammelfleisch, belastetes Obst und Gemüse. Skandale lassen nicht nur am Sinn langer Handelswege zweifeln. Der Trend geht erfreulich in Richtung Direktvermarktung von Lebensmitteln aus regionaler Landnutzung. Inzwischen gibt es durch Bund und Länder und auch durch die EU Förderprogramme, für den Naturschutz und den ökologischen Landbau.